Bully in WernigerodeVon mehreren Seiten bedrängt, kämpft sich der Berliner Marek Brincil mit Schläger und Ball durch die Wernigeröder Abwehr auf die linke Seite. Im Fallen sieht er seinen Teamkollegen Jan Kratochvil am langen Pfosten stehen, schiebt ihm den Ball herüber und dieser kann in aller Seelenruhe den Lochball über die Linie zum 5:4 Endstand hämmern.

„Heute oder nie!“  lautete die Devise für die BAT Boys aus Berlin. Es musste nach viel zu langer Punkteabstinenz wieder etwas Zählbares, Greifbares her. Mit dieser Einstellung gingen die Berliner Jungs auch das Spiel an. Nachdem man im Hinspiel knapp mit 3:4 verloren hatte, war klar, dass jetzt der Sieg möglich ist. Im 1. Spielabschnitt konnten beide Mannschaften trotz  sehr guter Chancen den Ball lange Zeit nicht ins Netz befördern. Erst in der 14. Minute gelang dem finnischen Neuzugang das 1:0 für die Red Devils aus Wernigerode. Munter weiteragierend gelang den Berlinern in der 17. Minute durch Jesse Hakala im Alleingang der Ausgleich.

Nach diesem spannenden, ausgeglichenem Drittel versprachen die nächsten Abschnitte durchaus Dramatik. Zehn Minuten später ging es auf dem neuen Parkettboden in Wernigerode auch schon wieder heiß her. Die erste Hälfte des Mitteldrittels war von vielen Zweikämpfen und hochkarätigen Chancen auf beiden Seiten geprägt, die durch eine 2-Minutenstrafe gegen Wernigerode ihr Ende nahm. Zwar konnten die Hauptstädter die Überzahlsituation nicht unmittelbar für sich nutzen, doch nur wenige Sekunden darauf gelang ihnen wiederum durch Jesse Hakala der 2:1 Führungstreffer.

3 Minuten später konnte Marek Brincil sogar noch einen drauflegen und die Hauptstädter mit 3:1 in Führung schlenzen. Das Spiel legte an Tempo zu und folgerichtig jagte ein Konter den anderen. Einen davon nutzte Wernigerode in der  17. Minute zum 2:3 Anschlusstreffer, der von Marvin Buß egalisiert wurde, in dem er eiskalt den Abpraller von Timo Krohne zum 4:2 verwertete.

In der Pause musste nicht viel erläutert werden. Der Weg und das Ziel der Tempelhofer waren klar und der Wille stark, hier und jetzt endlich wieder 3 Punkte mit nach Berlin zu nehmen.

Die Wernigeröder mussten jetzt Druck aufbauen; das war den Berlinern klar. In der 3. Minute und 13. Minute markierten die Hausherren ihr Revier zum 4:4 Zwischenstand. Zu Beginn der 17. Minute konnte sich dann Marek Brincil in der Wernigeröder Verteidigung durchsetzen und der Ball fand im letzten Augenblick den Weg zu Jan Kratochvil, der am langen Pfosten nur darauf wartete, die Kugel einzuschieben.

Die Geräuschkulisse wurde ohrenbetäubend. In der letzten Minute nahmen die Red Devils noch ihren Torwart heraus um einen zusätzlichen Angreifer für das ersehnte 5:5 hereinzuschicken, das allerdings nicht mehr erfolgte.

Somit konnten die BAT Boys ihren ersten Sieg in 2010 ausgelassen feiern und in der Tabelle die rote Laterne an Bremen abtreten, die am nächsten Spieltag in Berlin zu Gast sein werden.

Aktualisiert (Mittwoch, den 20. Januar 2010 um 12:20 Uhr)

 
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